Wolfgang Laib und fünf weitere Künstler 2022 im Bündner Kunstmuseum


News Redaktion
Schweiz / 13.01.22 17:11

Das Bündner Kunstmuseum zeigt 2022 fünf Einzelausstellungen und eine thematische Schau. Höhepunkt ist ein Werk des deutschen Künstlers Wolfgang Laib aus Blütenstaub und Reis.

Die von Ursula Palla geschaffene Zimmereinrichtung ist aus Karamell. (FOTO: Bündner Kunstmuseum)
Die von Ursula Palla geschaffene Zimmereinrichtung ist aus Karamell. (FOTO: Bündner Kunstmuseum)

Der 1950 geborene Wolfgang Laib sei einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart, schrieb das Kunstmuseum am Donnerstag anlässlich der Präsentation des neuen Jahresprogramms. Der von östlichen Philosophien geprägte Laib sei dem Universellen und Zeitlosen auf der Spur.

In der Gegenüberstellung eines kleinen Bergs aus farbintensivem Blütenstaub und eines christlichen Reliquiars gestalte er eine verblüffende Beziehung. Die Präsentation steht in einem ausgelegten Feld aus tausenden Reisbergen und führt laut dem Museum direkt zu den Quellen von Laibs Poetik.

Zwei weitere Einzelausstellungen sind zeitgenössischen Kunstschaffenden mit Bündner Wurzeln gewidmet. Die in Chur aufgewachsene Ursula Palla verflechtet Video mit Raumskulpturen und arbeitet mit empfindlichen Materialien wie gegossenem Zucker, Kohlestaub oder Schnee. Die Fragilität von Natur und Tierwelt steht im Fokus vieler ihrer Werke.

Skulpturale Techniken wie Schneiden, Biegen oder Schleifen bestimmen das Formenvokabular der Werke von Markus Müller. Im Künstlerbuch, das als Arbeit für die Ausstellung entsteht, macht er diese plastischen Prinzipien ersichtlich und zeigt die Verschränkungen zwischen Idee und Material auf. Der in Basel lebende Künstler eröffnet damit einen Zugang zu den Grundlagen seiner Arbeit.

Zwei weitere Einzelausstellungen zeigen das Werk verstorbener Künstler. Präsentiert wird ein vom slowenisch-italienischen Maler Zoran Music (1909-2005) im zürcherischen Zollikon 1950 ausgemalter Festsaal. Für das Werk wurde anlässlich seiner Restaurierung ein mobiler Raum geschaffen.

Das Bündner Kunstmuseum zeigt die Rekonstruktion des Zimmers als Raum im Raum und lädt den St. Galler Ton-Künstler Norbert Möslang ein, den Aussenraum des Museums im Innern des Werks auf besondere Art hörbar zu machen.

Zu sehen sind zudem Arbeiten aus den vier letzten und künstlerisch wichtigsten Lebensjahren des Expressionisten Hermann Scherer (1893–1927). Die Ausstellung nimmt Scherers graphisches Werken in Holz in den Fokus. Im Zentrum stehen dabei originale Holzstöcke, die zum ersten Mal öffentlich zu sehen sind.

Die thematische Ausstellung dieses Jahres schliesslich widmet sich der Stickerei als Kunsthandwerk und Kunstform. Sie zeigt Exponate der Stickerei-Sammlung des Rätischen Museums und stellt sie Werken von internationalen Künstlerinnen und Künstlern gegenüber. So wird aufgezeigt, dass die kunsthandwerkliche Tradition Graubündens von Anfang an aus verschiedenen Kulturen genährt war.

(sda)


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