"Wet Sand", "Pas de deux" und "Presque" mit Filmpreisen geehrt


News Redaktion
Schweiz / 26.01.22 18:34

Es ist die Woche von Regisseurin Elene Naveriani: Am Montag wurde "Wet Sand" als Bester Spielfilm für den Schweizer Filmpreis nominiert und am Mittwochabend gab es an den 57. Solothurner Filmtagen den Prix de Soleure.

Doppelte Ehre: Kurz nach der Quartz-Nomination wurde die schweizerisch-georgische Koproduktion
Doppelte Ehre: Kurz nach der Quartz-Nomination wurde die schweizerisch-georgische Koproduktion "Wet Sand" an den Solothurner Filmtagen mit dem Prix de Soleure ausgezeichnet. (FOTO: maximage)

Überzeugt habe die Zärtlichkeit und Selbstverständlichkeit, mit der Tabus angefasst und ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten gebrochen werden, hiess es im Statement der Jury.

Wet Sand erzählt die Geschichte von Moe, die nach dem Suizid ihres Grossvaters in ein Dorf am georgischen Schwarzen Meer zurückkehrt, um dessen Beerdigung zu organisieren. Dort stösst sie auf eine Dorfgemeinschaft, deren Zusammenleben auf zahllosen Lügen aufgebaut ist - und auf eine heimliche Liebesgeschichte.

Elene Naveriani lasse Ton, Bild und Musik auf eine Weise miteinander verschmelzen, die die Zeit bis an ihre äussersten Grenzen dehnt und uns in einen vibrierenden Zustand versetzt, hiess es weiter. Das berührende Melodrama der 37-jährigen in Georgien geborenen Filmemacherin feierte am Locarno Filmfestival 2021 Weltpremiere, wo Hauptdarsteller Gia Agumava als Bester Schauspieler ausgezeichnet wurde.

Die Preissumme von 60000 Franken geht je zur Hälfte an die Regisseurin und an die ausführende Produktion (maximage Filmproduktion).

Der mit 20000 Franken dotierte Preis Opera Prima für das beste Erstlingswerk ging an den Dokumentarfilm Pas de deux von Elie Aufsesser (Regie) und Joshua R. Troxler (Produktion). Der Film handelt von zwei Brüdern, die in zwei total unterschiedlichen Welten leben und damit zu kämpfen haben. Jon zieht für das College nach New York, Peter wandert durch die jordanische Wüste und zweifelt an dieser Lebensweise.

Als ein Porträt einer erstaunlichen Familie stelle der Film Fragen zur Abstammung, zum Erwachsenwerden, zum Tod, zur Unbeschwertheit und zum Wahnsinn, fasste es die Jury zusammen. Dabei nehme Pas de deux das Thema nicht vorweg, sondern sei offen für den Menschen in all seiner Einzigartigkeit und Komplexität.

Den vom Publikum bestimmten und ebenfalls mit 20000 Franken dotierten Prix du Public konnten der französische Regisseur und Schauspieler Bernard Campan und der Walliser Philosoph und Schriftsteller Alexandre Jollien für Presque entgegennehmen.

Der Spielfilm handelt von Louis, Leiter eines Bestattungsunternehmens, und Igor, einen Gemüseauslieferer mit zerebral gelähmten Körper (gespielt von Jollien). Die beiden lernen sich zufällig kennen und begeben sich mit dem Leichenwagen auf eine gemeinsame Reise nach Südfrankreich. Es geht um das Leben und das Akzeptieren des eigenen Schicksals.

(sda)


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