Taliban stellen Schulbesuch für Mädchen ab 7. Klasse in Aussicht


News Redaktion
International / 21.09.21 15:50

Die militant-islamistischen Taliban haben eine Wiedereröffnung weiterführender Schulen für Mädchen ab der 7. Klasse in Aussicht gestellt. Wann genau dies geschehen werde, liessen die Taliban offen.

Möglicherweise dürfen Mädchen in Afghanistan ab der 7. Klasse wieder in die Schule. Dies stellte ein Sprecher der Taliban in Aussicht. Foto: Felipe Dana/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Felipe Dana)
Möglicherweise dürfen Mädchen in Afghanistan ab der 7. Klasse wieder in die Schule. Dies stellte ein Sprecher der Taliban in Aussicht. Foto: Felipe Dana/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Felipe Dana)

Wir können kein Datum nennen, aber diese Angelegenheit wird in der nahen Zukunft gelöst werden, so Gott will, sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid am Dienstag vor Journalisten in Kabul. Das Bildungsministerium arbeite an einem neuen Verfahren, um es Schülerinnen zu erlauben, ihre Ausbildung fortzusetzen, sagte Mudschahid.

Seit der Machtübernahme der Islamisten Mitte August ist der Schulbesuch für Mädchen ab der 7. Klasse untersagt. Die künftigen Regeln zielen nach seiner Darstellung darauf ab, das Bildungsumfeld für Mädchen und Frauen sowie deren täglichen Weg zum Unterricht abzusichern. Die Regierung hoffe, sich so bald wie möglich dieser wichtigen Angelegenheit widmen zu können.

Die Taliban hatten weiterführende Schulen vergangene Woche aufgerufen, für Jungen wieder zu öffnen. Alle öffentlichen, privaten und offiziellen religiösen Schulen sowie andere Bildungseinrichtungen im Land sollten den Schulbetrieb wieder aufnehmen. Schülerinnen waren in der Erklärung nicht erwähnt worden.

Auch für Universitäten gelten seit der Machtübernahme der Taliban neue Regeln. Es hiess, Frauen könnten ihre Ausbildung fortsetzen, allerdings nur in von Männern getrennten Klassen und in Verschleierung. Davor wurden Studentinnen und Studenten in gemeinsamen Klassen unterrichtet, es gab keine Kleidungsvorschriften. Die neuen Massnahmen stiessen international und auch im Land selbst auf harsche Kritik.

(sda)


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