Starke 4,75 m reichen Angelica Moser zu Hallen-EM-Gold


News Redaktion
Sport / 06.03.21 21:19

Die Stabhochspringerin Angelica Moser fliegt an den Hallen-Europameisterschaften im polnischen Torun zu Gold. Die 23-jährige Zürcherin überquert erstmals in ihrer Karriere 4,75 m.

Angelica Moser wählt den Stab für den Goldsprung. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)
Angelica Moser wählt den Stab für den Goldsprung. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

Die Zürcherin fing nach harzigem Start auch noch die Slowenin Tina Sutej ab. Plötzlich ging der Knopf auf. Nachdem die Schweizerin die Höhen von 4,60 und 4,65 m erst beim dritten Mal überquert hatte, gelangen ihr Top-Sprünge. Die 4,70 m - bereits eine persönliche Bestleistung - nahm sie im ersten Anlauf souverän. Und auch beim gültigen Versuch über 4,75 m hatte Angelica Moser Marge. Die Querstange touchierte sie nicht. Den Schweizer Rekord hält weiterhin Nicole Büchler mit 4,80 m aus dem Jahr 2016.

An der Marke von 4,70 m hatte Angelica Moser schon lange geschnuppert. Es war eine Frage der Zeit, bis die Nichte von Swiss-Olympic-Präsident Jürg Stahl das Eintrittstor zur Weltklasse knacken würde. Im Vorfeld der Titelkämpfe hatte die Schweizerin denn auch angekündigt: 4,70 m habe ich drauf, wenn es passt. Diese Marke setzte ich mir für die EM zum Ziel. Nun nahm sie gleich zwei Stufen auf einmal.

Das Palmarès von Angelica Moser zieren schon etliche Goldmedaillen: Sieg an den Olympischen Jugendspielen 2014, Sieg an den Junioren-Europameisterschaften 2015, Sieg an den U20-Weltmeisterschaften 2016 und Siege 2017 und 2019 bei den U23-Europameisterschaften. Nun folgte der erste Coup bei der Elite: Es ist crazy. Ich kann es noch nicht glauben, sagte sie im Interview auf dem Video-Kanal von Swiss Athletics. Von einer Medaille habe ich geträumt, von Gold aber nicht, fügte sie hinzu. Somit ist auch die Scharte von der Hallen-EM 2019 in Glasgow ausgewetzt, als sie Vierte geworden war.

Ihre Steigerung um 10 cm eröffnen Angelica Moser auch Perspektiven für den Sommer. Die Olympia-Limite für die Spiele in Tokio hat sie um 5 cm übertroffen. Dies gibt nebst Mumm auch Planungssicherheit.

Der Schweizer Mehrkämpfer Simon Ehammer fährt an den Titelkämpfen ebenfalls auf Medaillenkurs. Der 21-jährige Appenzeller liegt nach vier von sieben Disziplinen im 2. Rang, 33 Punkte hinter dem Zehnkampf-Weltrekordhalter Kevin Mayer aus Frankreich.

Ehammer war sowohl über 60 m Hürden (6,75) als auch im Weitsprung (7,89) der beste im Feld und stellte in beiden Disziplinen eine persönliche Bestmarke auf. Im Kugelstossen (14,75) und im Hochsprung (1,95) büsste der Schweizer dann den Vorsprung gegenüber Mayer ein.

Eine starke Leistung zeigte auch die erst 18-jährige Ditaji Kambundji im Vorlauf über 60 m Hürden. Die jüngste Schwester von Mujinga lief an ihren ersten internationalen Titelkämpfen bei der Elite in 8,05 Sekunden eine persönliche Bestleistung und erreichte souverän die Halbfinals. Für diese qualifizierten sich auch Noemi Zbären und Brahian Peña.

Über 800 m stiess Lore Hoffmann in den Final vor, Selina Rutz Büchel, die Hallen-Europameisterin der Jahre 2015 und 2017 schied aus.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Trauerfeier für Prinz Philip am kommendem Samstag - Harry nimmt teil
International

Trauerfeier für Prinz Philip am kommendem Samstag - Harry nimmt teil

Die Trauerfeier für Prinz Philip soll am kommenden Samstag (17. April) in Windsor stattfinden. Das teilte der Buckingham-Palast mit. Der Mann von Queen Elizabeth II. (94) war am Freitag im Alter von 99 Jahren gestorben. Prinz Harry (36) werde zu der Beerdigung aus den USA anreisen, sagte ein Palastsprecher am Samstag. Seiner schwangeren Frau Herzogin Meghan (39) sei jedoch von ihrem Arzt von der Reise abgeraten worden.

Roglic gewinnt Baskenland-Rundfahrt
Sport

Roglic gewinnt Baskenland-Rundfahrt

Der Slowene Primoz Roglic gewinnt die 60. Auflage der traditionsreichen Baskenland-Rundfahrt.

Sea-Eye darf mit
International

Sea-Eye darf mit "Alan Kurdi" nach Blockade den Hafen verlassen

Das deutsche Hilfsschiff "Alan Kurdi" darf nach rund sechs Monaten Blockade in Italien wieder vorläufig in See stechen, wie die Betreiberorganisation Sea-Eye am Sonntag mitteilte. Ein Gericht auf der Insel Sardinien habe in einer Eilentscheidung festgelegt, dass die "Alan Kurdi" nicht länger von den Behörden festgehalten werden dürfe, sondern zu Wartungen nach Spanien fahren dürfe. "Das ist ein Zwischenerfolg; das Verfahren ist damit noch nicht beendet", erläuterte Gorden Isler von Sea-Eye.

EU-Politiker Weber bringt neue Sanktionen gegen Moskau ins Spiel
International

EU-Politiker Weber bringt neue Sanktionen gegen Moskau ins Spiel

Angesichts der Spannungen im Ostukraine-Konflikt hat der Vorsitzende der Christdemokraten im Europaparlament, Manfred Weber, im "Eskalationsfall" neue Sanktionen gegen Russland gefordert.