SRF-Direktorin Wappler verteidigt ihre digitale Expansionsstrategie


News Redaktion
Schweiz / 20.02.21 05:46

Die Direktorin von Schweizer Radio und Fernsehen SRF, Nathalie Wappler, hat die Ausweitung ihrer Angebote in die Onlinewelt verteidigt. "Wir können ja nicht gut am Publikum vorbeisenden, das uns finanziert", sagte sie der "Neuen Zürcher Zeitung" vom Samstag.

Nathalie Wappler, die Direktorin von Schweizer Radio und Fernsehen, verteidigt die Expansion von SRF in die digitale Welt. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)
Nathalie Wappler, die Direktorin von Schweizer Radio und Fernsehen, verteidigt die Expansion von SRF in die digitale Welt. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Wir wollen unsere Inhalte digital besser verbreiten. Wir treten aber nicht gegen die Privaten an, erklärte Wappler. SRF fokussiere ganz klar auf seine Kernkompetenzen Audio und Video - auch bei der weiterentwickelten News-App, hiess es. Bei den Texten haben wir eine Selbstbeschränkung bei der Länge, die in der Regel auch eingehalten wird, betonte sie.

Die SRF-Direktorin zeigte sich zudem überzeugt, dass es in der Schweiz mehrere Angebote nebeneinander vertrage. Den privaten Medienhäusern stellen wir zudem Inhalte und unser Archiv unentgeltlich zur Verfügung, hob sie hervor. Für weitere Kooperationen sei sie ausserdem sehr offen, sagte sie.

Der Grundsatz digital first sei ohne Zweifel mit der Konzession vereinbar, gab sich Wappler überzeugt. Von einer Verletzung der Konzession kann keine Rede sein, sagte sie. Und auf eine Online-Mediathek, auf der sich nur die für Radio und TV produzierten Inhalte abrufen liessen, wolle sie sich auch nicht beschränken. Im Internet sind andere Erzählformen gefragt als im linearen Radio und TV, zum Beispiel Podcasts und Teaserfilme. Es braucht also eigens dafür produziertes Material, erklärte die SRF-Direktorin diesbezüglich.

Zudem wollen und müssen wir die jungen Menschen ja genau dort ansprechen, wo sie sich aufhalten, und sie für weitere ausführlichere Inhalte auf unserem Newsportal begeistern, führte Wappler weiter aus. Ausserdem würden in Zukunft die Grenzen zwischen den Kanälen und Plattformen noch weiter verwischen werden.

Allerdings brauche es derzeit - bei aller Kritik am Sparkurs von SRF - eine neue Debattenkultur. Es tut nichts mehr Not als sachliche Debatten, sagte sie. Es braucht wieder mehr Respekt und Wertschätzung für andere Meinungen, forderte sie. Und manchmal sollte man Twitter einfach besser nicht anschauen, weil man sich nur über die permanenten Zuspitzungen ärgern würde, erklärte Wappler gegenüber der NZZ.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Kokain im Wert von einer halben Million Franken sichergestellt
Schweiz

Kokain im Wert von einer halben Million Franken sichergestellt

Im Kanton Aargau haben Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Aktion Kokain im Wert von einer halben Million Franken sichergestellt. Ein 22-jähriger Schweizer wurde festgenommen.

Langenthal in Rücklage - Aufsteiger in Sicht
Sport

Langenthal in Rücklage - Aufsteiger in Sicht

In den Playoff-Halbfinals der Swiss League führen die Favoriten Kloten (1. der Qualifikation) und Ajoie (2.) jeweils mit 3:1 Siegen.

WHO: Keine Empfehlung für Impfung mit verschiedenen Vakzinen
International

WHO: Keine Empfehlung für Impfung mit verschiedenen Vakzinen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht keine Empfehlung für sogenannte Kreuzimpfungen gegen das Coronavirus aus.

Kloten-Dietlikon zum achten Mal Schweizer Meister
Sport

Kloten-Dietlikon zum achten Mal Schweizer Meister

Kloten-Dietlikon ist zum achten Mal Schweizer Meister im Frauen-Unihockey. Die Zürcherinnen setzen sich im Superfinal in Winterthur gegen Emmental Zollbrück 4:2 durch.