SRF: Schweizer TV-Team in Minneapolis mit Gummischrot beschossen


News Redaktion
Schweiz / 05.06.20 09:34

Drei TV-Journalisten des Tessiner und des Westschweizer Fernsehens sind laut eigenen Angaben bei einer Demonstration in der US-Stadt Minneapolis von Polizisten mit Gummischrot beschossen worden. Verletzt wurde niemand.

Schweizer Journalisten filmen den Einsatz von Gummischrot der Polizei in Minneapolis. (Fernsehbild) (FOTO: SRF)
Schweizer Journalisten filmen den Einsatz von Gummischrot der Polizei in Minneapolis. (Fernsehbild) (FOTO: SRF)

Das Schweizer Fernsehteam sollte aus Minneapolis über die Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt berichten, wie das Schweizer Radio SRF am Freitag berichtete. Die Reporter seien zwischen die Fronten der Polizei geraten. Obschon sie sich als Journalisten zu erkennen geben hätten, habe eine Gummikugel sie nur knapp verfehlt.

Der Vorfall geschah den Angaben zufolge am vergangenen Samstag kurz nach 20.00 Uhr (Ortszeit) in der Innenstadt. Der 38-jährige RTS-Journalist Gaspard Kühn sagte gegenüber der SRF-Radiosendung Heute Morgen, er und Max Herber von RSI sowie ihr Kameramann Jean-Pascal Azaïs hätten sich aus der unangenehmen Lage befreien wollen. Deshalb seien sie auf die Polizei zugegangen. Sie hätten sich mit gezückten Presseausweisen und Rufen als Journalisten zu erkennen gegeben.

Die Polizisten forderten die Journalisten laut Kühn auf, zurückzubleiben. Kurz drauf hätten die Beamten mit Gummimunition auf das TV-Team geschossen.

In den USA gelten in rund 40 Städten aufgrund von Unruhen nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz zeitweise Ausgangssperren. Journalisten sind davon allerdings ausgenommen. US-Journalistenorganisationen berichteten von mehreren Zwischenfällen, bei denen Polizisten Medienleute attackiert oder festgenommen haben sollen.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Neuer SBB-Chef Vincent Ducrot:
Schweiz

Neuer SBB-Chef Vincent Ducrot: "Die Lage ist sehr ernst"

Der neue SBB-Chef Vincent Ducrot ist mit dem derzeitigen Zustand der Schweizerischen Bundesbahnen alles andere als glücklich. Die finanzielle Lage sei wegen des Coronavirus "ernst". Viele Passagiere seien zudem unzufrieden - und dies zu Recht, sagt der SBB-Chef.

Mysteriöses Massensterben von Elefanten in Botswanas Okavango-Delta
International

Mysteriöses Massensterben von Elefanten in Botswanas Okavango-Delta

Ein mysteriöses Elefantensterben im südafrikanischen Safari-Paradies Botswana stellt Tierschützer und Regierung vor Rätsel. In den vergangenen Wochen wurden laut Behördenangaben 275 tote Elefanten im nordwestlich gelegenen Okavango-Delta gezählt.

In der Schweiz stehen Veteranenfahrzeuge im Wert von 7,7 Milliarden
Regional

In der Schweiz stehen Veteranenfahrzeuge im Wert von 7,7 Milliarden

Einen kostbaren Wagenpark bringen die Besitzer von Veteranenfahrzeugen in der Schweiz zusammen. Eine Studie beziffert den Wert jener Autos oder Töffs, die 30 Jahre und älter sind, auf insgesamt 7,7 Milliarden Franken. Ihr Image in der Bevölkerung ist aber weniger gut.

Stimmrechtsalter 16 auch in Zug auf dem politischen Parkett
Regional

Stimmrechtsalter 16 auch in Zug auf dem politischen Parkett

Im Kanton Zug soll darüber debattiert werden, ob das Alter um abzustimmen und zu wählen sowie für die Wählbarkeit von 18 auf 16 Jahre gesenkt wird. Der Kantonsrat hat am Donnerstag eine entsprechende Motion an die Regierung zur Bearbeitung überwiesen.