Polizeitaucher suchen Wrack - Landeanflug bei Nebel war riskant


News Redaktion
Schweiz / 19.02.21 11:22

Nach dem Absturz eines zweimotorigen Flugzeugs in den Bodensee bei Staad SG klären Polizeitaucher und ein Flugunfall-Spezialist derzeit ab, wie das Wrack vom Seegrund geborgen werden kann. Der 70-jährige Pilot hatte den Absturz bei Nebel am Donnerstag überlebt.

Die Landepiste des Flughafens Altenrhein SG. Der Anflug führt rechts im Bild über den Bodensee. Dort stürzte am Donnerstag ein Pilot mit seiner zweimotorigen Piper in den See (Archivbild). (FOTO: Keystone/Tino Dietsche)
Die Landepiste des Flughafens Altenrhein SG. Der Anflug führt rechts im Bild über den Bodensee. Dort stürzte am Donnerstag ein Pilot mit seiner zweimotorigen Piper in den See (Archivbild). (FOTO: Keystone/Tino Dietsche)

Das Ziel sei eine Bergung des Flugzeugs, das in 87 Metern Tiefe auf dem Seegrund liegen dürfte, sagte Kantonspolizei-Sprecher Florian Schneider am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Tiefe macht die Bergung nicht einfach, erklärte Schneider.

Bereits am Donnerstag seien Polizeitaucher aufgeboten worden. Bis jetzt habe aber noch niemand das Wrack auf dem Seegrund gesichtet. Ein Tauchgang in diese Tiefe brauche eine sorgfältige Vorbereitung. Die Bergung könnte daher noch einige Zeit beanspruchen.

Zum Gesundheitszustand des 70-jährigen Piloten, der nach dem Unfall unterkühlt aus dem See gerettet worden war, konnte der Polizeisprecher nichts Neues sagen.

Der deutsche Pilot, der im Kanton Tessin wohnt, war am Donnerstag von Locarno aus allein mit seiner zweimotorigen Maschine gestartet. Kurz vor der Landung in Altenrhein SG verschwand das Flugzeug bei dichtem Nebel vom Radar. Der Flugplatz schlug kurz nach 11.30 Uhr Alarm. Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte starteten eine Suche.

Der Pilot konnte sich nach dem Absturz aus dem Flugzeug befreien. Die Feuerwehr schickte ein Fischerboot zur Absturzstelle, die einige hundert Meter vom Ufer entfernt liegt. Der Pilot wurde mit dem Boot ans Ufer gebracht und ins Spital eingeliefert. Der Mann war ansprechbar, aber unterkühlt.

Das Flugzeug versank im See. Zur Sicherung der Unfallstelle und zur Aufnahme des Unfallgeschehens wurde die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) beigezogen. Ein Experte der Sust war am Freitag vor Ort, um zusammen mit Polizeitauchern die Bergung des Flugzeugs vorzubereiten.

Die Bedingungen für einen Landeanflug auf Altenrhein waren am Donnerstag wegen des Nebels nicht optimal. Laut Flughafen-Chef Thomas Krutzler wurden am Vormittag zahlreiche geplante Flüge abgesagt. Der Deutsche sei der einzige Pilot gewesen, der sich für einen Landeanflug entschieden habe, sagte Krutzler dem Blick.

Der Anflug auf die Piste des Flughafens Altenrhein führt kurz vor der Landung über den Bodensee bei Staad SG. Laut der St. Galler Kantonspolizei war dort der Nebel am Donnerstag so dicht, dass die Unfallstelle vom Ufer aus nicht sichtbar war.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Clint Capela überzeugt bei Rückkehr
Sport

Clint Capela überzeugt bei Rückkehr

Clint Capela kehrt in der NBA mit einer überzeugenden Leistung aufs Parkett zurück. Der Genfer gewinnt mit den Atlanta Hawks 120:108 gegen die Chicago Bulls.

Zwei Bergsteiger kommen am Finsteraarhorn ums Leben
Schweiz

Zwei Bergsteiger kommen am Finsteraarhorn ums Leben

Ein Bergführer-Aspirant und sein Gast sind am Freitagmittag am Finsteraarhorn VS abgestürzt und dabei ums Leben gekommen. Der Grund für den Unfall ist nicht bekannt.

BBC erhält Beschwerden über
International

BBC erhält Beschwerden über "zu viele" Berichte zu Prinz Philips Tod

Die BBC hat nach dem Tod von Prinz Philip eine grosse Zahl von Zuschauerbeschwerden wegen zu viel TV-Berichterstattung über den gestorbenen Ehemann der Queen erhalten. Wie die BBC (British Broadcasting Corporation) mitteilte, richtete sie vorübergehend ein eigenes Online-Formular ein, um mit der grossen Zahl an Zuschriften zurechtzukommen. Wie viele Beschwerden genau eingingen, gab die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt jedoch nicht bekannt. Einige Kanäle des BBC-Fernsehens änderten am Freitag nach Bekanntwerden des Todes von Philip ihr Programm. Davon waren Sendungen am Freitag und Samstag betroffen. Einem Bericht des "Guardian" zufolge gingen die Einschaltquoten daraufhin deutlich zurück. Der Sender BBC Two habe sogar rund zwei Drittel seiner Zuschauer eingebüsst, hiess es.

Rechtsgrundlage für Libyen-Wahl - Ausschuss einigt sich auf Vorschlag
International

Rechtsgrundlage für Libyen-Wahl - Ausschuss einigt sich auf Vorschlag

Im Bürgerkriegsland Libyen hat ein Rechtsausschuss Empfehlungen für einen Rechtsrahmen der im Dezember geplanten landesweiten Wahlen erarbeitet.