Oppositionskandidatin bei Präsidentenwahl in Honduras in Führung


News Redaktion
International / 29.11.21 09:28

Die linke Oppositionskandidatin Xiomara Castro liegt nach ersten vorläufigen Zahlen bei der Präsidentenwahl in Honduras vorn.

Die linke Oppositionskandidatin Xiomara Castro liegt nach ersten vorläufigen Zahlen bei der Präsidentenwahl in Honduras vorn. Foto: Délmer Membreño/dpa (FOTO: Keystone/dpa/Délmer Membreño)
Die linke Oppositionskandidatin Xiomara Castro liegt nach ersten vorläufigen Zahlen bei der Präsidentenwahl in Honduras vorn. Foto: Délmer Membreño/dpa (FOTO: Keystone/dpa/Délmer Membreño)

Nach Auszählung in etwas mehr als einem Drittel der Wahllokale kam sie auf gut 53 Prozent der Stimmen, wie aus den Ergebnissen der Wahlbehörde des mittelamerikanischen Landes am Sonntagabend (Ortszeit) hervorging. Der Kandidat der konservativen Regierungspartei Partido Nacional, Nasry Asfura, lag demnach bei rund 34 Prozent. Castro erklärte sich in einer Rede zur Wahlsiegerin.

Bei einem Sieg würde sie die erste Frau an der Staatsspitze von Honduras und die erste Präsidentin seit der Rückkehr zur Demokratie im Jahr 1982, die nicht einer der beiden etablierten Parteien angehört. Für die regierende Nationalpartei wäre nach zwölf Jahren an der Macht Schluss. Der amtierende Präsident Juan Orlando Hernández konnte nach zwei Amtszeiten in Folge nicht erneut antreten.

Die 62 Jahre alte Castro von der Partei Libre ist die Ehefrau des Ex-Präsidenten Manuel Zelaya, der 2009 aus dem Amt geputscht wurde. Asfura ist Bürgermeister der Hauptstadt Tegucigalpa.

Vier Jahre zuvor, nach der Wiederwahl von Hernández im Jahr 2017, hatte die Opposition der Regierung Wahlfälschung vorgeworfen. Auch internationale Beobachter stellten Unregelmässigkeiten fest. Es kam zu Protesten mit mehr als 20 Toten. Der damalige Zweitplatzierte, der TV-Moderator Salvador Nasralla, ging diesmal eine Allianz mit Castro ein und bewarb sich an ihrer Seite um das Amt das Vizepräsidenten.

Honduras leidet unter Armut, Korruption und Bandengewalt. In den vergangenen Jahren kam es zu einer massiven Auswanderungswelle in Richtung USA. Hernández Bruder wurde vor wenigen Monaten in den USA wegen grossangelegten Drogenhandels zu lebenslanger Haft verurteilt. Dem Präsidenten wird vorgeworfen, ebenfalls darin verwickelt gewesen zu sein - auch ihn könnte nach Ende seiner Amtszeit im Januar eine Anklage in den USA erwarten.

(sda)


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