Obwaldner Regierung: 100 Massnahmen für flüssigen Verkehr


News Redaktion
Regional / 13.01.22 08:39

Trotz des erwarteten Bevölkerungswachstums und der zunehmenden Zahl der Arbeitsplätze, soll der Verkehr im Kanton Obwalden nicht ins Stocken kommen. Der Regierungsrat hat deswegen ein Gesamtverkehrskonzept mit über 100 Massnahmen zusammengestellt.

Der parteilose Obwaldner Baudirektor Josef Hess will auf der Basis einer ganzheitlichen Planung den Verkehr im Kanton weiterentwickeln. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Der parteilose Obwaldner Baudirektor Josef Hess will auf der Basis einer ganzheitlichen Planung den Verkehr im Kanton weiterentwickeln. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Mit dem Gesamtverkehrskonzept würden Prioritäten gesetzt und Zuständigkeiten geklärt, hiess es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Es umfasse sämtliche Verkehrsmittel des Alltagsverkehrs, ausser des Mountainbiking, der Luftfahrt und der Schifffahrt.

Erarbeitet wurde das Gesamtverkehrskonzept, weil der Kanton in seinem Richtplan von 2019 von einem Bevölkerungs- und Beschäftigtenwachstum ausgeht, und zwar von je 10 Prozent in den nächsten 20 Jahren. Auch der Tourismus dürfte, namentlich in Engelberg, wachsen.

Planungshorizont des Gesamtverkehrskonzeptes ist das Jahr 2040. Das knapp 100 Seiten dicke Papier besteht aus Zielsetzungen, Strategien und über 100 Massnahmen.

Das Gesamtverkehrskonzept sei ein umfassendes Planungs- und Koordinationsinstrument nicht nur für den Kanton, sondern auch für die Gemeinden, den Bund, die Nachbarkantone und weitere Organisationen, hiess es in der Mitteilung. Es sei aber nicht direkt verbindlich, sondern habe den Status einer Fachgrundlage.

Als wichtige Massnahmen im Gesamtverkehrskonzept bezeichnet der Regierungsrat diejenigen, welche die Ortsdurchfahrten betreffen. Die Lebensqualität in den Dörfern soll verbessert werden, etwa indem sie vom Schwerverkehr entlastet werden oder Tempo 30 zum Einsatz kommt.

Auch soll die Sicherheit für Fussgänger und Velofahrer erhöht werden. Die Ortsdurchfahrten sind bereits ein Schwerpunkt des kantonalen Strassenbauprogramms 2022-2027.

Als weitere Schwerpunkte genannt werden die Infrastruktur für Velos, das ÖV-Angebot und den Umbau von Bushaltestellen, damit diese auch von Menschen mit Behinderungen genutzt werden können.

Eine Massnahme betrifft die Motorfahrzeugsteuer, die Anreize zum Umstieg auf ein Motorfahrzeug mit alternativem Antrieb schaffen soll. Ferner soll es für die kantonale Verwaltung und grössere Unternehmen ein Mobilitätsmanagement geben.

Das Industriegebiet von Sarnen soll besser erschlossen werden, auch ein neuer Halbanschluss an die A8 soll geprüft werden. Konkrete Massnahmen schlägt das Gesamtverkehrskonzept für den Ferienort Engelberg vor. Zu diesen gehören eine Plafonierung der öffentlich zugänglichen Parkplätze, höhere Parkgebühren und ein besseres ÖV-Angebot.

Bei der Erarbeitung des Konzepts wurden gemäss Regierungsrat die Gemeinden, der Nachbarkanton Nidwalden, Fachverbände, Tourismusorganisationen, Bergbahnen und öffentliche Verkehrsbetriebe einbezogen. Zudem fand eine Vernehmlassung statt. Der Kantonsrat wird die Vorlage am 27. Januar behandeln.

(sda)


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