Neuenburger Firma baut mit an Montage-Roboter für Weltraumteleskope


News Redaktion
Schweiz / 14.01.22 14:21

Künftig werden Weltraumteleskope so riesig sein, dass man sie in Einzelteilen in den Orbit bringen muss. Da menschliche Monteure zu teuer sind, sollen die Teile im All von Robotern zusammengebaut werden. Eine Neuenburger Firma ist an dem EU-Projekt beteiligt.

Im EU-Projekt PULSAR entwickeln neun europäische Unternehmen einen Roboter, der im All selbständig Einzelteile zu einem Riesen-Teleskop zusammen bauen kann. Im Bild sechs von der Neuenburger CSEM entwickelte sechseckige Module, die später Reflektoren tragen (Pressebild). (FOTO: CSEM)
Im EU-Projekt PULSAR entwickeln neun europäische Unternehmen einen Roboter, der im All selbständig Einzelteile zu einem Riesen-Teleskop zusammen bauen kann. Im Bild sechs von der Neuenburger CSEM entwickelte sechseckige Module, die später Reflektoren tragen (Pressebild). (FOTO: CSEM)

Das Millionen-Projekt PULSAR (Prototype of an Ultra Large Structure Assembly Robot) liefert Bausteine für den autonomen Zusammenbau grosser Konstruktionen im All. Acht europäische Partner unter der Leitung von Magellium (FR) haben sich mit dem Neuenburger Centre Suisse d’Electronique et de Microtechnique (CSEM) zusammengetan.

Ein erstes Resultat ist eine autonome, hochpräzise Robotikplattform, die den Hauptspiegel eines Teleskops zusammensetzen kann. Ein Roboterarm greift die sechs Einheiten und verbindet sie miteinander. Eine Besonderheit: Zwei der sechs vom CSEM entwickelten Module sind mit speziellen, justierbaren Halterungen für das Spiegelelement ausgerüstet. Damit kann dessen Position mit einer Genauigkeit in der Grössenordnung eines Mikrometers - ein Fünfzigstel der Dicke eines Haares - ausgerichtet werden. So sieht das Teleskop noch schärfer.

Diese Genauigkeit wird durch den Einbau von elastischen, im 3D-Druckverfahren hergestellten Gelenken erreicht - eine Premiere bei dieser Art von Weltraumprojekten, wie CSEM in einer Mitteilung vom Freitag feststellt. Dadurch kann der Mechanismus ohne Reibung und Verschleiss arbeiten und braucht nicht geschmiert zu werden, was eine lange Lebensdauer und eine hohe Präzision gewährleistet, wird Julien Rouvinet, Senior R&D Engineer bei CSEM zitiert.

Grossdimensionale Konstruktionen im Weltraum können laut Rouvinet auch für andere Anwendungen nützlich sein. Solche Robotikplattformen könnten für die Reparatur von Satelliten, zum Nachtanken von Weltraumstationen sowie zur Montage von Weltraumsolarzellen oder sogar von grossen Hitzeschilden bei einer Marslandung eingesetzt werden.

Video: https://youtu.be/wfOjMOz3GTI

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Genfer Wahrzeichen Jet d'eau erinnert an tropische Krankheiten
Schweiz

Genfer Wahrzeichen Jet d'eau erinnert an tropische Krankheiten

Das Genfer Wahrzeichen, der Jet d'eau, wird am Sonntagabend anlässlich des dritten Welttags der vernachlässigten Tropenkrankheiten orange und violett beleuchtet. Er gehört damit zu den 100 Denkmälern oder Naturstätten in 32 Ländern, die bei dieser Aktion mitmachen.

Hupac befördert 1,1 Millionen LKW und investiert 300 Millionen
Schweiz

Hupac befördert 1,1 Millionen LKW und investiert 300 Millionen

Das Transportunternehmen Hupac hat 2021 rund 100'000 zusätzliche LKW auf der Schiene transportiert und will bis 2026 rund 300 Millionen Franken in Rollmaterial und Umschlagterminals investieren. Sorgen machen die Stabilität des Systems sowie die Energiekosten.

Zweimal Totalschaden bei Manöver in Tiefgarage in Baar ZG
Schweiz

Zweimal Totalschaden bei Manöver in Tiefgarage in Baar ZG

Eine 65-jährige Automobilistin hat beim Verlassen eines Parkhauses in Baar ZG am Mittwochnachmittag gleich zwei Totalschäden an Personenwagen verursacht. Sie wurde leicht verletzt, konnte das Spital aber bereits wieder verlassen.

Neues Gefängnis Zürich West nimmt ab April Betrieb auf
Schweiz

Neues Gefängnis Zürich West nimmt ab April Betrieb auf

Das Polizeigefängnis im neuen Polizei- und Justizzentrum (PJZ) Zürich West nimmt ab Anfang April den Betrieb auf. Das Provisorium auf dem Kasernenareal wird dann geschlossen.