Nadals unglaubliche Aufholjagd, Tsitsipas im Halbfinal


Roman Spirig
Sport / 13.11.19 22:37

Rafael Nadal wahrte seine Chancen auf die Halbfinal-Qualifikation an den ATP Finals in London mit einem kaum noch für möglich gehaltenen Sieg im zweiten Gruppenspiel. Dennoch muss er um den Halbfinaleinzug bangen, den Stefanos Tsitsipas schon geschafft hat.

Nadals unglaubliche Aufholjagd, Tsitsipas im Halbfinal (Foto: KEYSTONE / AP / Kirsty Wigglesworth)
Nadals unglaubliche Aufholjagd, Tsitsipas im Halbfinal (Foto: KEYSTONE / AP / Kirsty Wigglesworth)

Glück. Es war das Wort, das Rafael Nadal nach seinem 6:7 (3:7), 6:3, 7:6 (7:4)-Erfolg gegen den als Nummer 4 gesetzten Russen Daniil Medwedew am meisten brauchte. "Das war mehr Glück als etwas anderes", betonte die Nummer 1 der Welt nach dem dramatischen Sieg in über zweidreiviertel Stunden. Nur: Mit Glück wehrt man vielleicht einen Matchball ab wie Nadal, es reicht aber nicht, um gegen den Aufsteiger des Jahres einen 1:5-Rückstand im dritten Satz aufzuholen. Zumal auf einen schnellen Platz gegen einen guten Aufschläger wie Medwedew (21 Asse).

"So ein Spiel gewinnst du eines von tausend", meinte der 33-jährige Spanier weiter, der bei einer Niederlage praktisch sicher ausgeschieden wäre. Vor allem gewinnt so ein Spiel fast nur Nadal, der sich im dritten Satz in gleichem Masse steigerte wie bei Medwedew die Nerven zu flattern begannen. Die Leistung ist umso höher einzustufen, als Nadal vor zehn Tagen in Paris-Bercy aufgeben und wegen einer Bauchmuskelverletzung um die Teilnahme an den ATP Finals, die er noch nie gewonnen hat, bangen musste.

Nun konnte er endgültig Entwarnung geben. "Physisch geht es mir gut", versicherte Nadal. "Und dass ich mich vom ersten auf den zweiten Match steigern konnte, obwohl ich nicht wie gewünscht trainieren konnte, ist sehr positiv." Klar sei aber auch, dass er auf jeden Fall noch besser spielen könne und müsse.

Dank dem Erfolg in der Neuauflage des US-Open-Finals, der ebenfalls über die Maximaldistanz führte, erhöht Nadal nochmals den Druck auf Novak Djokovic, der nun zwingend das Turnier gewinnen muss, um die Nummer 1 zurückzuholen. In Sachen Halbfinals ist der 33-jährige Spanier allerdings auf fremde Hilfe angewiesen.

Stefanos Tsitsipas, wie Medwedew ein Masters-Debütant, knüpfte im Abendspiel an seine starke Leistung im Startspiel und setzte sich deutlich 6:3, 6:2 gegen den Titelverteidiger Alexander Zverev durch und qualifizierte sich damit als zweiter Spieler nach Dominic Thiem für die Halbfinals. Weil Nadal bei seinem Erfolg einen Satz abgegeben hat, reicht ihm nun selbst ein Zweisatz-Sieg am Freitag gegen Tsitsipas nicht mit Sicherheit zum Weiterkommen.

Zverev hat sein Schicksal hingegen in den eigenen Händen. Wenn er den noch sieglosen Medwedew in zwei Sätzen schlägt, ist Nadal unabhängig von seinem Resultat wegen des schlechteren Satzverhältnisses gegenüber Tsitsipas und Zverev ausgeschieden. Bereits ein Sieg gegen Tsitsipas wird für Nadal aber schwierig genug.

Der Grieche erfreut sich einer glänzenden Form, nachdem er im Sommer zwischen Juni und September eine tiefe Krise durchlebt hatte. Er ist in London noch ohne Satzverlust. Gegen Zverev sorgte er mit fünf gewonnenen Games in Folge vom 3:3 im ersten bis zum 2:0 im zweiten Satz für die entscheidende Differenz.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Thunberg und Neubauer geben Klimaaktivisten in Madrid Plattform
International

Thunberg und Neubauer geben Klimaaktivisten in Madrid Plattform

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg und ihre deutsche Mitstreiterin Luisa Neubauer haben an der Klimakonferenz in Madrid zusammen mit jungen Umweltaktivisten aus aller Welt zu dringendem Handeln aufgerufen.

Teilnehmerrekord am 20. Zürcher Samichlaus-Schwimmen
Regional

Teilnehmerrekord am 20. Zürcher Samichlaus-Schwimmen

Neuer Teilnehmerrekord an der 20. Ausgabe des Zürcher Samichlaus-Schwimmens: 361 teilweise kostümierte Menschen wagten am Sonntag bei leicht bewölktem Wetter und einer Wassertemperatur von 8 Grad den Sprung in die Limmat.

Konstantin Wecker und die Bayerische Philharmonie
Events

Konstantin Wecker und die Bayerische Philharmonie

Konstantin Wecker kommt mit seinem neuen Programm «Weltenbrand» am 10. Dezember 2019 zusammen mit dem Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie ins KKL Luzern.

Nationalrat im Grundsatz für Cannabis-Artikel
Regional

Nationalrat im Grundsatz für Cannabis-Artikel

Der Nationalrat befürwortet Versuche zur kontrollierten Abgabe von Cannabis grundsätzlich. Er will zumindest darüber diskutieren, solche Versuche zu ermöglichen.