Hochdorf schreibt 2020 wieder operativen Gewinn


News Redaktion
Wirtschaft / 12.04.21 07:53

Der Milchverarbeiter Hochdorf hat 2020 auf operativer Ebene wieder schwarze Zahlen geschrieben, nachdem im Vorjahr noch ein Riesenverlust resultiert hatte. Unter dem Strich resultiert freilich weiter ein Verlust, wenngleich ein deutlich geringerer als im Vorjahr. Für das laufende Jahr zeigt sich die Gesellschaft zuversichtlich und erwartet einen ausgeglichenen EBIT.

Hochdorf schreibt einen operativen Gewinn. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Hochdorf schreibt einen operativen Gewinn. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Konkret wurde ein Umsatz von 306,2 Millionen Franken in der Berichtsperiode erzielt, wie die Gesellschaft am Montag mitteilte. Das sind 33 Prozent weniger als im Vorjahr, was aber hauptsächlich auf den Verkauf der Tochtergesellschaft Uckermärker Milch zurückzuführen ist.

Das Bruttoergebnis erhöhte sich trotz dieses deutlich tieferen Nettoumsatzes auf 94,3 Millionen Franken von 61,8 Millionen Franken und die entsprechende Marge auf 30,9 Prozent (Vorjahr: 14,1 Prozent). Dies zeige den positiven Effekt der beschlossenen und umgesetzten Portfoliobereinigung, heisst es weiter.

Beim EBITDA resultierte ein positiver Betrag von 13,9 Millionen Franken, nachdem im Vorjahr noch ein Minus von 74,7 Millionen Franken geschrieben worden war. Damit hielt Hochdorf die eigene Prognose eines positiven EBITDA ein.

Wegen Abschreibungen fiel der EBIT dagegen mit -67,9 Millionen Franken (-265,3 Millionen Franken) zu Buche. Die Abschreibungen beinhalten eine Wertberichtigung von 65,8 Millionen Franken auf Gebäude und Sachanlagen der Sprühturmanlage 9 sowie der dazugehörigen Dosenlinie. Nach Bereinigung um einmalige Sondereffekte ergibt sich ein leicht positiver EBIT von 2,3 Millionen Franken aus dem operativen Kerngeschäft.

Das Unternehmensergebnis liegt bei -70,3 Millionen verglichen mit -271,4 Millionen im Vorjahr. An die Aktionäre wird entsprechend erneut keine Dividende ausbezahlt.

Mit Blick nach vorne schreibt die Gesellschaft, dass 2021 nach den Jahren der Sanierung und Restrukturierung ein Jahr des Aufbruchs sei. Gleichzeitig gelte es, den eingeschlagenen Weg der finanziellen Gesundung weiterzuführen. Dafür konzentriere sich der Verwaltungsrat derzeit auf die Erarbeitung finanzstrategischer Optionen, welche unter anderem Kapitalmassnahmen beinhalten könnten, um die Bilanz weiter zu stabilisieren und ein nachhaltiges Unternehmenswachstum zu unterstützen.

Wegen der Prüfung solcher Optionen hatte die Gesellschaft Anfang März die ursprünglich auf den 15. März terminierte Veröffentlichung des Geschäftsergebnisses auf (heute) Montag verschoben.

2021 erwartet die Hochdorf-Gruppe trotz der nach wie vor anhaltenden Unsicherheiten bezüglich der Covid-19-Pandemie einen Netto-Verkaufserlös im Bereich von 260 bis 300 Millionen Franken und ein ausgeglichenes Jahresergebnis auf Stufe EBIT. Dies bedeute für die neue Hochdorf-Gruppe ohne die Uckermärker Milch, die Marbacher Ölmühle und die Zifru Trockenprodukte ein organisches Umsatzwachstum von 3 bis 4 Prozent, so die Gesellschaft weiter.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Zuger Parlament sorgt sich wegen Eigenkapital der Hochschule Luzern
Regional

Zuger Parlament sorgt sich wegen Eigenkapital der Hochschule Luzern

Das Eigenkapital der Hochschule Luzern (HSLU) hat im Zuger Kantonsrat am Donnerstag für Besorgnis gesorgt. Die Fraktionen nahmen den Bericht zum Leistungsauftrag 2016 bis 2019 zwar zur Kenntnis, forderten aber eine Eigenkapitalquote von 5 Prozent.

Buslinien: Bundesverwaltungs-gericht stützt Glarner Entscheid
Regional

Buslinien: Bundesverwaltungs-gericht stützt Glarner Entscheid

Das Bundesverwaltungsgericht hat eine Beschwerde von Bus Ostschweiz gegen die Vergabe von Glarner Buslinienkonzession abgewiesen. Die Vergabe der Konzession durch den Kanton Glarus und das Bundesamt für Verkehr an Postauto, war demnach rechtens.

Weniger Arbeitslose in der Ostschweiz - Zunahme in Graubünden
Wirtschaft

Weniger Arbeitslose in der Ostschweiz - Zunahme in Graubünden

Die Arbeitslosenzahlen sind im April in der Ostschweiz allgemein zurückgegangen. Einzige Ausnahme ist Graubünden: Der Kanton meldet eine deutliche Zunahme, die vorwiegend auf das Ende der Wintersaison im Tourismus zurückzuführen ist.

18 Anwohner wegen Feuers in Givisiez evakuiert
Schweiz

18 Anwohner wegen Feuers in Givisiez evakuiert

Wegen eines Brandes in einem Unternehmen in Givisiez (FR) mussten in der Nacht auf Mittwoch 18 Bewohner von umliegenden Häusern vorsorglich evakuiert werden. Verletzt wurde niemand.