Für Missachtung der Quarantäne in Italien bis zu fünf Jahre Haft


News Redaktion
International / 25.03.20 00:36

Die Regierung in Italien hat die Strafen für Verstösse gegen die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie drastisch erhöht. Wer sich vorsätzlich nicht an eine Quarantäne hält, riskiert bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe.

Die Regierung in Italien hat die Strafen für Verstösse gegen die Ausgangsbeschränkungen drastisch erhöht. (FOTO: KEYSTONE/EPA/Riccardo Antimiani)
Die Regierung in Italien hat die Strafen für Verstösse gegen die Ausgangsbeschränkungen drastisch erhöht. (FOTO: KEYSTONE/EPA/Riccardo Antimiani)

Dies gilt für Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet sind, sich vorsätzlich nicht an die Quarantäneauflage halten und die Wohnung verlassen. Sie können mit Gefängnisstrafen von einem bis zu fünf Jahren bestraft werden, wie es in einem am Dienstagabend veröffentlichten Dekret der Regierung in Rom heisst.

Schon zuvor hatte Ministerpräsident Giuseppe Conte zudem höhere Geldstrafen von 400 bis 3000 Euro angedroht. Bisher drohte bei Vergehen eine Strafe von 206 Euro, auch eine Haft von bis zu drei Monaten war möglich.

Das von Conte vorgestellte Dekret sieht vor, dass regionale Autoritäten im Kampf gegen das Virus zeitweise eigene Massnahmen erlassen dürfen, wie der Premier ankündigte.

Italiens Polizei hat seit Einführung der Ausgangsverbote am 10. März mehr als zwei Millionen Menschen kontrolliert. Dabei habe es mehr als 100000 Anzeigen wegen Verstössen gegeben, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Kontrolliert wurden zum Beispiel Menschen, die versuchen, aus dem stark von der Covid-19-Krankheit betroffenen Norden in Ferienhäuser und zu Familien in den Süden zu fahren. Das ist nicht erlaubt. Ausserdem gehen Sportler joggen, oder Menschen besuchen Freunde. Man darf jedoch die Wohnung nur verlassen, wenn man zum Beispiel unbedingt zur Arbeit muss, zum Arzt oder zum Einkaufen.

Die Zahl der Menschen, die in Italien positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet wurden, stieg bis Dienstag auf mehr als 69000. Die Massnahmen gegen die Ausbreitung des Virus gelten bis 3. April. Conte sagte, Gerüchte über eine Verlängerung bis Ende Juli seien komplett falsch.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Spektakulärer Unfall auf der Quaibrücke in Zürich
Schweiz

Spektakulärer Unfall auf der Quaibrücke in Zürich

Auf der Quai-Brücke in Zürich ist es kurz nach Mitternacht zu einem spektakulären Unfall gekommen. Insgesamt drei Autos kollidierten miteinander, wobei ein Fahrzeug sich überschlug und auf dem Dach landete.

Patientenströme optimieren: Luks eröffnet Triage-Container
Regional

Patientenströme optimieren: Luks eröffnet Triage-Container

Das Luzerner Kantonsspital (Luks) hat heute Montag neben dem Hauptgebäude einen Container für Covid-19-Notfallpatienten errichtet. Damit werden Abläufe vereinfacht und das Ansteckungsrisiko verringert.

Boeing setzt 787-
Wirtschaft

Boeing setzt 787-"Dreamliner"-Produktion in South Carolina aus

Der angeschlagene US-Luftfahrtkonzern Boeing stoppt aufgrund der Coronavirus-Krise nun auch die Produktion seines Langstreckenjets 787 "Dreamliner". Es betrifft den US-Bundesstaat South Carolina.

US-Geheimdienst-Inspektor verteidigt sich nach Rauswurf
International

US-Geheimdienst-Inspektor verteidigt sich nach Rauswurf

Nach seiner Entlassung durch Präsident Donald Trump hat US-Geheimdienst-Generalinspektor Michael Atkinson sein Vorgehen in der Ukraine-Affäre gerechtfertigt.