Erster neuer Meister seit über 20 Jahren


News Redaktion
Sport / 03.05.21 05:03

Der Favorit und überlegene Qualifikationssieger Zug strebt im Playoff-Final ab Montag seinen zweiten, Genève-Servette seinen ersten Schweizer Meistertitel an.

Das Objekt der Begierde: Gesucht wird in den kommenden zehn Tagen der Nachfolger des SC Bern, der 2019 der letzte Schweizer Meister war (FOTO: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)
Das Objekt der Begierde: Gesucht wird in den kommenden zehn Tagen der Nachfolger des SC Bern, der 2019 der letzte Schweizer Meister war (FOTO: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Der Playoff-Final, der ab Montag in einer Best-of-5-Serie ausgespielt wird, hat etwas Historisches an sich. Seit dem bisher einzigen Meistertitel des EV Zug 1998 kamen nur noch die ZSC Lions, der HC Davos, der SC Bern (je 6 Mal) und der HC Lugano (3) zu Meisterehren. Der letzte Titelgewinn aus der Romandie durch La Chaux-de-Fonds geht gar auf das Jahr 1973 zurück.

Nun geht Zug als Favorit ins Rennen, nachdem es in der Qualifikation mit 119 Punkten einen Rekord aufgestellt hat. Genève-Servette qualifizierte sich erst am letzten Spieltag (und dank eines Sieges von Zug gegen Biel) direkt für die Viertelfinals und sammelte 35 Punkte weniger (bei allerdings zwei Spielen weniger). In den Playoffs überzeugten die Genfer aber mehr. Nach einer Niederlage zum Auftakt des Viertelfinals gegen Fribourg-Gottéron blieb das Team von Coach Patrick Emond in sieben weiteren Spielen ohne Niederlage und verdiente sich so vier freie Tage vor dem Final.

Zug zeigte eher Schwächen, verlor gegen Bern zwei und gegen die überraschenden Rapperswil-Jona Lakers ein Spiel. Wenn es drauf ankam, konnten die Zuger aber immer reagieren, sie wissen, dass sie unter Druck bestehen können. In den Playoffs eine der wichtigsten Eigenschaften. Besonders wird der Final vor allem für Raphael Diaz, den Captain der Zuger, der seinen Stammklub nach insgesamt 14 A-Saisons - vor und nach seiner Karriere in der NHL - Richtung Fribourg-Gottéron verlassen wird. 2017 und 2019 verlor er mit den Innerschweizern den Final. Was ist diesmal anders?

Im ersten Spiel könnte die Finalerfahrung ein kleiner Vorteil sein, hofft der 35-jährige Abwehrstratege. Entscheidend sei aber anderes. Wir müssen defensiv solide stehen, das muss unsere Einstellung sein. Gegen Rapperswil-Jona habe man ab und zu etwas die Konzentration verloren, das möge es gegen Servette nicht leiden. Sie sind ein extrem gutes Team, mit starken Ausländern und einem hervorragenden Powerplay, weiss er. Die fehlende Pause sieht er nicht als Problem. So bleiben wir gleich im Rhythmus.

Im Fall von Zug erhält man das Gefühl, der Meistertitel sei ein Muss, denn auf die kommende Saison verlässt neben Diaz auch der zweite überragende Verteidiger Santeri Alatalo den Verein. Für Servette ist der Final hingegen eher eine erfreuliche Zugabe. Sie spielten nach einer Qualifikation mit vielen Aufs und Abs bisher nahezu perfekte Playoffs, auch wenn Trainer Emond festhält, dass es Perfektion im Eishockey nicht gebe.

Die Mannschaft macht einen enorm geschlossenen Eindruck. Die Soldaten erledigen ihre Arbeit gewissenhaft und diszipliniert, dazu zaubern Ausnahmekönner wie die Schweden Henrik Tömmernes und Linus Omark, Schwerarbeiter Noah Rod oder der Bully-König Tanner Richard. Es ist noch nicht zu Ende, wir haben weitere Ambitionen, versichert der Franko-Kanadier Emond. Nach zwei Finalniederlagen unter Klub-Legende Chris McSorley 2008 (gegen den ZSC) und 2010 (gegen Bern) wäre es der erste Titel für die Genfer. Eine Sensation wäre dieser nicht mehr.

Am Ende einer wegen vieler Corona-Quarantänen komplizierten Saison sind erst mal alle Beteiligten froh, dass die Meisterschaft voraussichtlich regulär zu Ende gespielt werden kann. Wegen des späten Zeitpunkt geht der Final aber - wie bereits die Halbfinals - nur noch über maximal fünf Spiele.

(sda)


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