Economiesuisse kritisiert Corona-Krisenmanagement


News Redaktion
Schweiz / 22.02.21 04:15

Das Impf-Management der Schweiz in der Corona-Pandemie ist nach Ansicht von Christoph Mäder, Präsident des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse, eine einzige Enttäuschung.

Christoph Mäder, Präsident des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse, ist enttäuscht über das  Krisenmanagement der Schweiz in der Corona-Pandemie. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)
Christoph Mäder, Präsident des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse, ist enttäuscht über das Krisenmanagement der Schweiz in der Corona-Pandemie. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

In einem Land, das sich als hochtechnologisiert betrachtet, könne es doch nicht so schwierig sein, für die Anmeldungen einigermassen zeitgerecht ein funktionierendes IT-Tool bereitzustellen, sagte Mäder in einem Interview mit der Tageszeitung Blick.

Das sei eine riesige Enttäuschung. Wenn die Krise etwas Gutes habe, dann hoffentlich, dass man die Digitalisierung jetzt wirklich mit Verve vorantreibe. Handlungsbedarf sieht Mäder auch bei der Kommunikation. Da sei in der Vergangenheit einiges schiefgelaufen.

Der absolute Super-GAU sei zu Beginn der Krise die Diskussion über die Nützlichkeit von Masken gewesen. Er könne bis heute nicht nachvollziehen, wie man behaupten könne, Masken nützten nichts. Das habe der Glaubwürdigkeit und dem Vertrauen grossen Schaden zugefügt.

Das gelte auch für das Hickhack zwischen Bund und Kantonen. Zudem habe man beim breiten Testen viele zu lange gezögert.

Mäder äusserte sich in dem Interview auch zum Rahmenabkommen der Schweiz mit der EU. Economiesuisse unterstütze vorbehaltlos, den bilateralen Weg weiterzuführen. Bislang habe sich keine andere Lösung als realistisch erwiesen als das Rahmenabkommen.

Es brauche hier jedoch noch Klärungen und Verbesserungen. Ein heikler Punkt sei die Unionsbürgerrichtlinie. Wenn es nicht gelinge, den Zugang zu den schweizerischen Sozialwerken auf Personen zu beschränken, die einen Arbeitsvertrag hätten, werde die Wirtschaft ziemlich sicher Nein zum Abkommen sagen.

Keine Probleme hat Mäder mit der Rolle des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) im Zusammenhang mit dem Rahmenabkommen - wenn die Zuständigkeit klar definiert sei. Die Gegner könnten noch lange behaupten, das Rahmenabkommen gebe der EU die Möglichkeit, der Schweiz sämtliches Recht vorzuschreiben. Das sei einfach falsch.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

SpaceX-Rakete explodiert nach zunächst erfolgreicher Landung
International

SpaceX-Rakete explodiert nach zunächst erfolgreicher Landung

Minuten nach seiner Landung im US-Bundesstaat Texas ist ein unbemannter Prototyp einer neuen Rakete des Unternehmens SpaceX explodiert.

Wirtschaft

"Fliegender Start" für fusionierten Auto-Megakonzern Stellantis

Der neuformierte Autogigant Stellantis mit Marken wie Opel, Peugeot oder Fiat hat nach eigener Einschätzung "einen fliegenden Start" hingelegt.

Nationalbibliothek öffnet Ausstellung zum Fleisch
Schweiz

Nationalbibliothek öffnet Ausstellung zum Fleisch

Von Lust bis Ekel - beim Thema Fleisch scheiden sich die Geister. Mit "Fleisch - Eine Ausstellung zum Innenleben" ist die Nationalbibliothek der Entwicklung des Verhältnisses der Gesellschaft zu Fleisch nachgegangen.

Volvo will ab 2030 nur noch reine E-Autos bauen
Wirtschaft

Volvo will ab 2030 nur noch reine E-Autos bauen

Mit dem Autobauer Volvo kündigt der nächste Autohersteller den kompletten Abschied vom Verbrennungsmotor an. Ab 2030 wollen die zum chinesischen Geely-Konzern gehörenden Schweden nur noch reine Elektroautos bauen und verkaufen.