Dortmund zu Gast bei Manchester City - Real empfängt Liverpool


Roman Spirig
Sport / 06.04.21 11:55

Borussia Dortmund reist angeknackst zum Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Manchester City. Nach dem jüngsten Rückschlag in der Liga droht dem BVB eine Saison fernab von Europas Elite.

Dortmund zu Gast bei Manchester City - Real empfängt Liverpool (Foto: KEYSTONE / AP / Martin Meissner)
Dortmund zu Gast bei Manchester City - Real empfängt Liverpool (Foto: KEYSTONE / AP / Martin Meissner)

Zum ersten Mal seit vier Jahren mischt der BVB in der Champions League in den Viertelfinals mit. Von beschwingter Stimmung und Vorfreude war beim Abflug nach Manchester allerdings wenig zu spüren. Nach dem wohl folgenschweren 1:2 gegen Eintracht Frankfurt überwiegt der Frust. Die Dortmunder müssen befürchten, dass es der letzte Trip in der europäischen Eliteliga für mehr als ein Jahr sein könnte. Der erhoffte Aufschwung nach der Entlassung von Trainer Lucien Favre ist unter Platzhalter Edin Terzic ausgeblieben.

Die so gut wie verspielte Qualifikation für die Champions League 2021/22 machte wenig Mut für die heikle Aufgabe beim souveränen Leader der Premier League. Im anhaltenden Frust verspürte Hans-Joachim Watzke keine Lust auf aufmunternde Worte für die Profis. Ich habe die Mannschaft immer in Schutz genommen. Aber für das Auftreten im Spiel gegen Frankfurt kann ich da nichts mehr machen. Das ist eine Willensfrage, und da hat mich die Mannschaft masslos enttäuscht, klagte der BVB-Geschäftsführer in den Ruhr Nachrichten.

Es ist kaum vorstellbar, dass dem angeschlagenen BVB ausgerechnet am Dienstag beim derzeit stilsichersten Team Europas die Wiedergutmachung gelingt. Seit November hat Manchester City nur einmal verloren und sich an der Spitze der Premier League abgesetzt. Bayern und City wollte keiner haben, die Lose waren ja total kontaminiert. Da sind wir natürlich in der klaren Aussenseiterposition, kommentierte Watzke.

Der im Spiel gegen Frankfurt angerichtete Schaden dürfte noch länger nachwirken. Abwehrchef Mats Hummels klang schon fast nach Kapitulation: Die Champions League nicht zu erreichen, wäre sportlich und finanziell eine Katastrophe. Wir sind jetzt nah dran an diesem Szenario und haben uns leider ein grosses Loch gegraben. Auch der deutsche Internationale Emre Can machte aus seinem Ärger keinen Hehl: Ich habe keinen Bock, in der Europa League zu spielen. Ich will Champions League spielen.

Das drohende erstmalige Verpassen der lukrativen Champions League seit sechs Jahren dürfte die Kaderplanung für die kommende Saison massgeblich beeinflussen. Spekulationen über den Verkauf von Stars wie Jadon Sancho und auch Erling Haaland in diesem Sommer nehmen bereits zu. Medienberichte aus Spanien über ein Treffen zwischen Haalands Vater Alf-Inge und Berater Mino Raiola mit Barça-Präsident Joan Laporta sorgten in den vergangenen Tagen schon für Aufregung.

In Madrid steigt unterdessen Teil 1 der Neuauflage des Champions-League-Finals von 2018 zwischen Real und Liverpool. Es ist das erste Mal, dass die beiden europäischen Schwergewichte seit dem denkwürdigen Final vor knapp drei Jahren aufeinandertreffen. Und Liverpool sinnt nach der unglücklichen 1:3-Niederlage in Kiew auf Revanche. Das war ein harter Abend für uns, sagte Trainer Jürgen Klopp unmittelbar nach der Auslosung der Affiche im März, es ist also cool für uns, dass wir die Gelegenheit haben, wieder gegen sie zu spielen.

Besonders siegeshungrig ist auch Mohamed Salah. Der Ex-Basler war im Final 2018 nach nur einer halben Stunde ausgewechselt worden, weil er sich bei einem Zweikampf mit Reals Captain Sergio Ramos verletzt hatte. Obendrein traf Ramos mit seinem Ellbogen später auch noch Loris Karius am Kopf. Dem deutschen Goalie unterliefen anschliessend zwei schwere Patzer, die zu Gegentoren führten. Sagen wir einfach, ich habe eine besondere Motivation, die Partie zu gewinnen und die Halbfinals zu erreichen, kommentierte Salah vor dem Hinspiel am Dienstagabend in Madrid.

Zuversichtlich stimmt die Engländer, dass sich die Personalsituation entspannt hat. Fragezeichen stehen aber nach wie vor hinter der Abwehr. Mit Einsätzen der Innenverteidiger Virgil van Dijk, Joe Gomez und Joel Matip rechnet Klopp in dieser Saison nicht mehr.

(sda)


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