Dänemark als EM-Topfavorit gehandelt


News Redaktion
Sport / 13.01.22 09:57

Weltmeister Dänemark steigt als Topfavorit in die am Donnerstag beginnende Handball-EM in Ungarn und der Slowakei. Über dem Turnier schwebt das Damoklesschwert Coronavirus.

Mikkel Hansen will Dänemark zu einem weiteren Titel führen (FOTO: KEYSTONE/EPA/TATYANA ZENKOVICH)
Mikkel Hansen will Dänemark zu einem weiteren Titel führen (FOTO: KEYSTONE/EPA/TATYANA ZENKOVICH)

Vor einem Jahr rückte das Schweizer Nationalteam kurzfristig an die WM in Ägypten nach, wo die Mannschaft von Trainer Michael Suter unter 32 Teams den beachtlichen 16. Platz belegte. Danach scheiterte die SHV-Auswahl in der EM-Qualifikation äusserst unglücklich - ein Punkt in den letzten beiden Partien gegen Dänemark (29:30) und in Nordmazedonien (28:29) hätte zur Teilnahme gereicht. Deshalb sind die Schweizer diesmal nicht die zweite, sondern die erste Ersatznation.

Dennoch sind die Chancen, nachzurücken, nur theoretischer Natur, obwohl es im Vorfeld der EM bei den Teams viele positive Fälle gab. So müssen an Corona erkrankte Spieler nicht mehr für zwei Wochen in Quarantäne, sondern können fünf Tage nach einer Infektion mit einem negativen PCR-Test zur Veranstaltung reisen. Nach Erhalt eines zweiten negativen PCR-Resultates vor Ort sind die Spieler einsatzberechtigt. Spieler, die während des Turniers erkranken, dürfen wieder mittun, wenn sie ab dem fünften Tag zwei negative PCR-Tests im Mindestabstand von einem Tag vorlegen.

Die Zeiten sind schwierig, aber wir sind mittlerweile erfahren damit und gut gerüstet, den Mannschaften ein relativ sicheres Umfeld bieten zu können, sagt EHF-Generalsekretär Martin Hausleitner. Teilnehmen darf nur, wer geimpft oder genesen ist, wobei beides nicht länger als ein halbes Jahr zurückliegen darf. Ich sehe nicht die Gefahr eines möglichen Abbruchs, gibt sich Hausleitner optimistisch. Wichtig sei, flexibel zu bleiben und schnell auf sich ändernde Umstände reagieren zu können. Diese Möglichkeit hat das Turnier-Management vor Ort.

Dänemark um Topstar Mikkel Hansen wird von den Buchmachern als klarer Favorit auf EM-Gold angesehen. Die Skandinavier verteidigten vor einem Jahr den WM-Titel erfolgreich, bei den Olympischen Spielen in Tokio holten sie Silber. Der zweite und letzte EM-Triumph der Dänen liegt zehn Jahre zurück, 2020 scheiterten sie sogar in der Vorrunde.

Das gleiche Desaster erlebte damals Olympiasieger Frankreich. Die Equipe tricolore gilt es wie zuletzt immer, auch auf der Rechnung zu haben. Allerdings fehlen den Franzosen mit Nedim Remili (Fuss) und Abwehrspezialist Luka Karabatic (Oberschenkel) zwei wichtige Eckpfeiler beim Gewinn von Olympia-Gold. Ersterer war in Japan der beste Torschütze seines Teams aus dem Spiel heraus. Spanien muss beim Versuch, zum dritten Mal in Serie Europameister zu werden, was bisher erst Schweden (1998, 2000 und 2002) gelungen ist, ohne Alex Dujshebaev (Schulter) auskommen. Auch Schweden ist einiges zuzutrauen.

Bloss Aussenseiter ist Deutschland, das ohne etliche Topspieler antritt. Beispielsweise erklärte der langjährige Captain Uwe Gensheimer den Rücktritt aus dem Nationalteam. Deshalb figurieren neun EM-Debütanten in der Mannschaft. Wir sind kein Kandidat für eine Medaille, deshalb reden wir auch nicht davon, sagt Bundestrainer Alfred Gislason. Die Generalprobe gegen Frankreich gestalteten die Deutschen siegreich (35:34).

Gespielt wird in fünf Arenen, wovon drei in Ungarn stehen. Die Finalpartien werden in Budapest ausgetragen. In Ungarn gibt es keine Zuschauerbeschränkungen, in der Slowakei ist eine Auslastung von bis zu 25 Prozent erlaubt. Bleibt zu hoffen, dass Omikron dem Turnier keinen Strich durch die Rechnung macht.

(sda)


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