China will Militärhaushalt kräftig um 6,8 Prozent steigern


News Redaktion
International / 05.03.21 04:14

China will seinen Militärhaushalt in diesem Jahr kräftig um 6,8 Prozent steigern. Das geht aus dem Haushaltsentwurf hervor, der am Freitag in Peking zur Eröffnung der Jahrestagung des Volkskongresses vorgelegt wurde.

Sicherheitspersonal steht in der Nähe der Großen Halle des Volkes während der Eröffnungssitzung der Jahrestagung des Volkskongresses. Foto: Ng Han Guan/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Ng Han Guan)
Sicherheitspersonal steht in der Nähe der Großen Halle des Volkes während der Eröffnungssitzung der Jahrestagung des Volkskongresses. Foto: Ng Han Guan/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Ng Han Guan)

Damit steigen die Ausgaben für das Militär in diesem Jahr wieder schneller als die Gesamtausgaben im Haushalt. Im Vorjahr hatte die Steigerung in den Etatplänen trotz der Corona-Krise auch schon 6,6 Prozent ausgemacht.

Der neuerliche Zuwachs erfolgt vor dem Hintergrund der angespannten Sicherheitslage mit den USA, Indien, Taiwan und im umstrittenen Südchinesischen Meer. Die Steigerungsrate wird mit dem erwarteten starken Wachstum der zweitgrössten Volkswirtschaft in diesem Jahr und schwierigen militärischen Bedrohungen Chinas begründet.

Wir werden das militärische Training und die Bereitschaft allgemein verstärken sowie Gesamtpläne machen, um auf Sicherheitsrisiken in allen Bereichen und für alle Situationen zu reagieren, sagte Premier Li Keqiang vor den 3000 Delegierten. Die strategischen Fähigkeiten des Militärs, die Souveränität, Sicherheit und Entwicklungsinteressen unseres Landes zu schützen, werden ausgebaut.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping treibt die Modernisierung der Streitkräfte als Teil der grossen Erneuerung des Landes massiv voran. Das beinhaltet, ein Führer in der Welt hinsichtlich internationalem Einfluss zu sein und ein erstklassiges Militär zu haben, dass Kriege kämpfen und gewinnen kann, sagte die Expertin Helena Legarda vom China-Institut Merics in Berlin.

Chinas Führung wolle, dass ihre Streitkräfte überall in der Welt eingesetzt werden könnten, wenn es notwendig sei - auch wenn keine globale Präsenz wie bei den USA angestrebt werde. Auch wolle China in der Lage sein, im Wettbewerb mit den USA und anderen Ländern bestehen zu können, sagte Legarda. So sei in den nächsten Jahren ein weiterer Ausbau der Fähigkeiten des chinesischen Militärs zu erwarten.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Grosse Ehre für Schweizerinnen: Ihr Simpson-Intro wird ausgestrahlt
Schweiz

Grosse Ehre für Schweizerinnen: Ihr Simpson-Intro wird ausgestrahlt

Grosse Ehre für zwei Schweizer Grafik-Designerinnen: Katrin von Niederhäusern und Janine Wiget haben das Intro der neuesten Episode der US-Erfolgsserie gestaltet. Diese wird in den USA am Sonntagabend (Ortszeit) ausgestrahlt.

Deutsche Aussenpolitiker werfen Russland Folterung Nawalnys vor
International

Deutsche Aussenpolitiker werfen Russland Folterung Nawalnys vor

Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages haben in einem Brief an Alexej Nawalny von "gezielter Folter" des inhaftierten russischen Oppositionspolitikers gesprochen. In dem Schreiben sprachen sie Nawalny ihre Anerkennung und volle Solidarität aus. Sie erklärten, dass sie mit grosser Sorge die Berichterstattung über die Haftbedingungen verfolgten. Der 44 Jahre alte Gegner des Präsidenten Wladimir Putin ist in den Hungerstreik getreten - aus Protest gegen die Zustände im Straflager der Ortschaft Pokrow rund 100 Kilometer östlich von Moskau im Gebiet Wladimir.

Fichten reagieren empfindlicher auf Trockenheit als angenommen
Schweiz

Fichten reagieren empfindlicher auf Trockenheit als angenommen

Bäume leiden unter extremen Trockenperioden. Wie solche Ereignisse die Fichte verdursten lassen, haben Forschende in einer im Fachmagazin "PNAS" erschienenen Studie entschlüsselt. Demnach ist der Kollaps des hydraulischen Systems für den Baumtod verantwortlich ist.

60 Jahre Eichmann-Prozess: Mahnung zur Verfolgung von Völkermördern
International

60 Jahre Eichmann-Prozess: Mahnung zur Verfolgung von Völkermördern

60 Jahre nach dem Beginn des Prozesses in Israel gegen den NS-Verbrecher Adolf Eichmann hat das Internationale Auschwitz Komitee die Bedeutung des Verfahrens für die Überlebenden des Massenmords an den europäischen Juden gewürdigt. Der Prozess sei für sie auch ein wichtiges Signal gewesen, dass für Nazi-Mörder kein Versteck in dieser Welt sicher sei, erklärte am Sonntag Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner. "Endlich sahen sie Eichmann auf der Anklagebank eines ordentliches Gerichtes und sie konnten vor diesem Gericht und vor den Augen der Welt bezeugen, welche Verbrechen in den deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagern geschehen waren."