Australien eskaliert Konflikt mit Facebook und stoppt Anzeigen


News Redaktion
International / 22.02.21 13:40

Der Streit zwischen der australischen Regierung und dem Internetriesen Facebook eskaliert. Die Regierung werde geplante Anzeigen auf Facebook zurückziehen, sagte der australische Finanzminister Simon Birmingham am Montag dem Sender Radio National.

Simon Birmingham, Finanzminister von Australien, während der Fragestunde im Senatssaal im Parlamentsgebäude. Der Streit zwischen der australischen Regierung und dem Internetriesen Facebook eskaliert. Foto: Mick Tsikas/AAP/dpa (FOTO: Keystone/AAP/Mick Tsikas)
Simon Birmingham, Finanzminister von Australien, während der Fragestunde im Senatssaal im Parlamentsgebäude. Der Streit zwischen der australischen Regierung und dem Internetriesen Facebook eskaliert. Foto: Mick Tsikas/AAP/dpa (FOTO: Keystone/AAP/Mick Tsikas)

Der Umsatzverlust für Facebook könnte sich pro Jahr auf 10,5 Millionen Australische Dollar (rund 6,8 Millionen Euro) belaufen, berichtete der Sender ABC.

Facebook hatte am Donnerstag Nachrichtenseiten auf seiner Plattform für australische Nutzer gesperrt. Facebook-Nutzer können seither keine nationalen oder internationalen journalistischen Inhalte mehr teilen. Damit widersetzt sich das Unternehmen einem Gesetzesvorhaben der australischen Regierung, das künftig Google und Facebook dazu zwingen soll, örtliche Medienunternehmen zu bezahlen, wenn sie deren Inhalte verbreiten. Australien möchte damit erreichen, dass Werbeeinnahmen gerechter verteilt werden.

Birmingham bezeichnete die Sperre der Nachrichtenseiten als unangemessen und beschuldigte Facebook, Einfluss auf demokratische Systeme nehmen zu wollen. Wir werden das nicht tolerieren. Die Regierung werde nicht von ihrem Gesetzesvorhaben abweichen.

Auch Deutschland steht eine Reform des Urheberrechts bevor. Dabei geht es um die Umsetzung einer EU-Richtlinie, die im Sommer 2019 beschlossen wurde und die bis Juni umgesetzt werden soll. Die Bundesregierung betont, der Gesetzesentwurf sehe einen fairen Interessenausgleich vor, von dem Kreative, Rechteverwerter und Nutzer gleichermassen profitierten. Aber es regt sich auch Widerstand. Der Entwurf ist aber weniger radikal und die Debatte moderater als in Australien.

(sda)


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