Armenien zum Konflikt um Berg-Karabach: Kriegsgefangene freilassen


Roman Spirig
International / 07.04.21 16:32

Armenien hat fünf Monate nach dem Ende der Kämpfe um die Konfliktregion Berg-Karabach im Südkaukasus Aserbaidschan zur Freilassung aller Kriegsgefangenen aufgefordert. Dieses Problem sei nicht gelöst, sagte Regierungschef Nikol Paschinjan bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin am Mittwoch in der russischen Hauptstadt Moskau. "Wir haben leider noch Gefangene in Aserbaidschan." Der Austausch von gefangenen Soldaten und Zivilisten sei in einem Abkommen vom vergangenen November zwischen beiden Ländern unter Vermittlung Russlands geregelt worden, sagte Paschinjan.

Armenien zum Konflikt um Berg-Karabach: Kriegsgefangene freilassen (Foto: KEYSTONE / Pool Sputnik Kremlin/AP / Mikhail Klimentyev)
Armenien zum Konflikt um Berg-Karabach: Kriegsgefangene freilassen (Foto: KEYSTONE / Pool Sputnik Kremlin/AP / Mikhail Klimentyev)

In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt Gefangenenaustausche gegeben. Aserbaidschan hatte erklärt, alle Inhaftierten entsprechend dem Abkommen freigelassen zu haben. Allerdings fielen diejenigen nicht unter die Vereinbarung, die Armenien nach dem Ende der Kämpfe in Gebiete von Aserbaidschan geschickt habe, teilte das Aussenministerium in der Hauptstadt Baku mehrfach mit.

In dem Krieg vom 27. September bis 9. November um Berg-Karabach hatte sich Aserbaidschan weite Teile des Anfang der 1990er Jahre verlorenen Gebiets zurückgeholt. Mehr als 6000 Menschen starben bei den Kämpfen. Noch immer werden die sterblichen Überreste von Soldaten und Zivilisten geborgen. Armenien beruft sich auf Russland als Schutzmacht. Aserbaidschan wurde dagegen von der Türkei unterstützt.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Konservativer Banker Lasso gewinnt Präsidentenwahl in Ecuador
International

Konservativer Banker Lasso gewinnt Präsidentenwahl in Ecuador

Der konservative Banker Guillermo Lasso hat die Präsidentenwahl in Ecuador gewonnen. Der 65-Jährige kam nach der Auszählung von fast allen Stimmen auf 52,52 Prozent, wie das Wahlamt am Sonntag mitteilte.

Reinigungsdienstleister Batmaid expandiert ins Ausland
Wirtschaft

Reinigungsdienstleister Batmaid expandiert ins Ausland

Batmaid kehrt dem Uber-Modell den Rücken. Die in Lausanne ansässige Buchungsplattform für Reinigungsdienstleistungen hat ihr Geschäftsmodell geändert und beschäftigt nun mehr als 2000 Reinigungskräfte. Zudem will sich die Firma bald in 15 Ländern etablieren.

Stadtzürcher FDP will Drogenkonsum legalisieren
Schweiz

Stadtzürcher FDP will Drogenkonsum legalisieren

Die FDP will eine neue Drogenpolitik: Der Eigenkonsum und Besitz von Betäubungsmitteln soll straffrei und der Handel und Verkauf reglementiert werden. Dies fordert die FDP der Stadt Zürich in einem Positionspapier.

Fasten und noch mehr Verzichte - Ramadan in Corona-Zeiten
International

Fasten und noch mehr Verzichte - Ramadan in Corona-Zeiten

Geselliges Fastenbrechen und Gebete in grosser Runde - in diesem Jahr ist das für viele Muslime im Ramadan erneut so nicht möglich.