Mindestens 25 Tote bei Angriff auf Sikh-Tempel in Kabul


News Redaktion
International / 25.03.20 07:28

Bei dem mutmasslichen IS-Angriff auf einen Tempel der Sikh- und Hindugemeinschaft in Kabul sind mindestens 25 Zivilisten getötet worden. Acht weitere Menschen seien verletzt worden, teilte das Innenministerium in der afghanischen Hauptstadt am Mittwoch mit.

Angehörige trauern um Opfer des Angriffs auf einen Sikh-Tempel in der afghanischen Hauptstadt Kabul. (FOTO: KEYSTONE/AP/Rahmat Gul)
Angehörige trauern um Opfer des Angriffs auf einen Sikh-Tempel in der afghanischen Hauptstadt Kabul. (FOTO: KEYSTONE/AP/Rahmat Gul)

Ein Angreifer wurde demnach getötet, 80 Menschen konnten aus dem Tempel gerettet werden.

Mehrere Angreifer waren am Morgen in das Gotteshaus eingedrungen und hatten sich Gefechte mit Sicherheitskräften geliefert, die versuchten, die Menschen im Tempel zu befreien. Ein Mitglied der Sikh-Gemeinde im afghanischen Parlament, Anarkali Kaur Honarjar, sagte, zum Zeitpunkt des Angriffs hätten sich rund 150 Menschen in dem Gebäude befunden.

Zu dem Angriff bekannte sich nach Angaben der auf die Beobachtung islamistischer Netzwerke spezialisierten US-Gruppe SITE die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). SITE berief sich auf ein entsprechendes Bekenntnis beim IS-Propagandaorgan Amaq.

Die radikalislamischen Taliban hatten eine Verantwortung für die Tat zuvor bereits zurückgewiesen. Der IS hat in der Vergangenheit bereits wiederholt Anschläge auf religiöse Minderheiten in Afghanistan verübt, darunter auf die Sikh- und Hindugemeinde. In dem mehrheitlich muslimischen Afghanistan leben schätzungsweise rund tausend Sikhs und Hindus.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Trotz Corona-Pandemie: Weissrussischer Präsident spielt Eishockey
International

Trotz Corona-Pandemie: Weissrussischer Präsident spielt Eishockey

Die Sportwelt ruht weitgehend wegen der Corona-Pandemie - doch Weissrusslands Präsident Alexander Lukaschenko zeigt sich davon unbeeindruckt. In der Hauptstadt Minsk spielte er am Samstag demonstrativ Eishockey, wie die Staatsagentur Belta meldete.

US-Serienmörder Lonnie David Franklin im Gefängnis verstorben
International

US-Serienmörder Lonnie David Franklin im Gefängnis verstorben

Ein unter dem Beinamen "grauenvoller Schläfer" bekannt gewordener US-Serienmörder ist im Gefängnis verstorben. Der 67-jährige Lonnie David Franklin wurde reglos am Wochenende in seiner Zelle in San Quentin nahe San Francisco aufgefunden.

Wetzikon: 77-jähriger Autofahrer stirbt bei Selbstunfall
Schweiz

Wetzikon: 77-jähriger Autofahrer stirbt bei Selbstunfall

In Wetzikon ist am Dienstagmorgen ein 77-jähriger Autofahrer ums Leben gekommen. Der Mann fuhr mit seinem Auto in einer Rechtskurve geradeaus, dann überquerte er die Gegenfahrbahn und kollidierte mit einem Treppenaufgang. Der Mann starb noch am Unfallort.

IKRK-Chef Maurer pocht auf humane Bedingungen in Flüchtlingslagern
Schweiz

IKRK-Chef Maurer pocht auf humane Bedingungen in Flüchtlingslagern

Um die Corona-Pandemie einzudämmen, sollen die humanen Bedingungen in Flüchtlingslagern und Gefängnissen eingehalten werden. Für IKRK-Präsident Peter Maurer ist dies entscheidend, um eine Katastrophe zu verhindern.