Reges Interesse aber keine langen Schlangen für Selbsttests


News Redaktion
Schweiz / 07.04.21 04:35

Der Aufruf des Apothekerverbands scheint gewirkt zu haben: Der befürchtete grosse Ansturm auf die Corona-Selbsttests ist am Mittwochmorgen vorerst ausgeblieben. In den Schweizer Apotheken herrschte zwar reger Betrieb, aber es gab kaum lange Warteschlangen.

Eine Apothekerin zeigt abgepackte Coronavirus Antigen-Selbsttests. (FOTO: KEYSTONE/Ti-PRESS/Davide Agosta)
Eine Apothekerin zeigt abgepackte Coronavirus Antigen-Selbsttests. (FOTO: KEYSTONE/Ti-PRESS/Davide Agosta)

Dass das Interesse an den Selbsttests gross war, zeigte die Reaktion einer Mitarbeiterin in der Apotheke von Rombach AG bei Aarau: Sie fühle sich wie in einer Bäckerei, die frische Gipfeli verkaufe, sagte sie einem Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. In Hinterkappelen bei Bern berichtete die Inhaberin der Dorfapotheke, sie habe bis 10 Uhr bereits mehrere hundert Säcklein abgegeben.

Vor der Amavita Apotheke in Davos hatte sich eine Warteschlange von Schweizer Touristen gebildet, die längere Zeit anhielt, wie eine Apothekerin auf Anfrage sagte. In Ilanz im Bündner Oberland hiess es, fast jeder Apotheken-Kunde habe nach den Tests gefragt. Und bei der Bahnhofsapotheke in Luzern warteten um 7.30 Uhr morgens rund zehn Personen.

Doch die Verantwortlichen hatten sich anscheinend gut auf den Tag vorbereitet, um eine Überlastung zu vermeiden. So zog zum Beispiel ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bei der Berner Apotheke Dr. Noyer eine Nummer - und wurde nach knapp einer Minute bedient. Der Apotheker nahm sich Zeit und erklärte den nicht ganz simplen Testvorgang Punkt für Punkt.

Die Berner Kirchenfeld-Apotheke bot sogar eine Online-Anmeldung für ein Fünf-Minuten-Zeitfenster an. Das Säcklein wird dann in einem separaten Raum neben der Apotheke abgegeben, so dass sich die Bezüger der Tests nicht mit der übrigen Kundschaft vermischen.

Die Rathaus-Apotheke beim Bahnhof St. Gallen ihrerseits hatte für Selbsttest-Kunden eigens einen Korridor mit Wegweiser eingerichtet. Dieser wurde aber vorerst kaum genutzt, wie Reporter vor Ort berichteten.

Auch in den Bahnhof-Apotheken in Genf, Basel-Stadt, Aarau und Winterthur und in einigen angefragten Apotheken in Lausanne, Sitten VS, Chur GR und der Bieler Innenstadt BE war die Nachfrage zwar gross, die Selbsttests aber ohne lange Wartezeiten erhältlich. In der Apotheke Malè in Bellinzona hiess es sogar: Es ist ruhig - bis jetzt gibt es keine grosse Nachfrage.

Von vier Apotheken im Basler Matthäusquartier und der Kleinbasler Altstadt berichtete nur ein Apotheker davon, dass vor der Öffnung um 8 Uhr fünf Menschen gewartet hätten. Ein Apotheker vermutete deshalb, dass die Menschen die Aufforderung des Apothekerverbandes gehört hätten.

Denn Pharmasuisse-Präsidentin Martine Ruggli hatte die Bevölkerung bereits Ende März aufgerufen, nicht am ersten Tag die Apotheken zu stürmen. Es sei nicht möglich, auf einen Schlag an einem Tag eine Million Kunden zu bewältigen. Zwar seien genügend Tests verfügbar, am Anfang könne es aber eventuell zu Engpässen kommen, sagte Ruggli am Ostermontag in der Tagesschau von Fernsehen SRF.

So hiess es zum Beispiel bei der Bahnhof-Apotheke in Aarau, man sei nicht sicher, ob die Selbsttests bis Donnerstag oder Freitag reichen würden. Und die Hirsch-Apotheke in Solothurn teilte mit, es gebe wohl am Mittwoch bis Ladenschluss nicht für alle Kundinnen und Kunden genügend Test-Säckli.

Seit Mittwoch sind in allen Apotheken in der Schweiz Gratis-Selbsttests erhältlich. Jede Person in der Schweiz hat pro Monat Anspruch auf maximal fünf Tests. Das Ziel des Bundes ist es, dass sich 40 Prozent der Bevölkerung wöchentlich testen.

Bis jetzt waren aber erst Schnell- und PCR-Tests zugelassen und diese mussten von Fachpersonen durchgeführt und in Labors analysiert werden. Mit den Selbsttests hingegen können sich Patienten mittels eines einfachen Nasenstäbchens zuhause selber auf das Coronavirus testen.

(sda)


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